ESP – Der Schleuderschutz

08 Nov 9:57 am
ESP – Der Schleuderschutz

ESP oder Elektronisches Stabilitätsprogramm ist eine hierzulande gebräuchliche Abkürzung für den Schleuderschutz. Tatsächlich ist diese Abkürzung ein geschützter Name und gehört der Daimler AG, die das erste, von Bosch gebaute ESP 1995 in die S-Klasse serienmäßig einbauen ließ. Darum heißt dasselbe System auch bei anderen Automarken anders. Die Abkürzung ESC für Electronic Stability Control ist weniger irreführend, wird aber auch weit weniger benutzt, da ESP sich eingebürgert hat. Fahrassistenzsysteme wie ESP greifen in die Steuerung oder den Antrieb ein, um in kritischen Fahrsituationen das Fahrzeug stabil zu halten. Manche warnen auch den Fahrer, wenn es kritisch wird.

Was macht ESP?

Rund 25 mal in jeder Sekunde vergleicht der eingebaute kleine Computer des ESP den Wunsch des Fahrers mit dem aktuellen Zustand des Fahrzeugs. Dabei wird der Fahrerwunsch bezüglich der Richtung mithilfe eines Leitwinkelsensors abgebildet, Drehzahl- und Drehratensensoren liefern Daten zum Zustand des Autos.
Erkennt der Computer eine Diskrepanz, also eine drohende oder eingetretene Destabilisierung des Fahrwerks, greift er ein. Durch Eingriff in das Management von Motor und Getriebe und durch das gezielte Abbremsen einzelner Räder wird versucht, die Stabilität wieder herzustellen.
Um Fehler durch Übersteuern auszugleichen, wird das Vorderrad abgebremst, das sich an der Kurvenaußenseite befindet. Beim Untersteuern wird das Hinterrad auf der Kurveninnenseite abgebremst.

Mehr Sicherheit ist Pflicht

Häufige Situationen, in denen ESP eingreift, sind zum Beispiel Mehrfachkorrekturen, also Lenkmanöver, wenn das Fahrzeug von der Spur oder Fahrbahn abgekommen ist, oder plötzliche Ausweichmanöver mit mehrfachem Spurwechsel. Auch das Ausbrechen des Fahrzeugs nach schnellen Änderungen des Lenkwinkels kann durch ESP verhindert werden.
ESP muss inzwischen in fast alle Fahrzeuge serienmäßig eingebaut werden. Es hat sich gezeigt, dass dadurch die Sicherheit im Straßenverkehr erheblich verbessert wurde. Kritische Situationen werden entschärft, Schleuderunfälle sind durch den Einsatz von ESP zurückgegangen.  Ist bei einem Modell ESP nicht serienmäßig eingebaut, kann man es meist optional gegen einen Aufpreis mitbestellen. Nachrüsten kann man ESP aber leider nicht.

Foto: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de

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