Traumautos, die ausgestorben sind

29 Okt 9:00 am
Wiesmann Sportwagen

Einige Unternehmen bauten sehr teure und extravagante Sportwagen, die sich von der Masse der PKWs abhoben. Zu nennen sind hier unter Anderem Artega, Melkus und Wiesmann. Leider wurden die Marken nach und nach bis zur Pleite hinunter gewirtschaftet.

Jedes Unternehmen begann mit dem großen Traum, einen Sportwagen zu bauen, der sich von allen Anderen abhebt und so exklusiv ist, dass er sich sehr hochpreisig verkaufen ist und quasi zum Geheimtipp wird. Schnell und schnittig soll solch ein Wagen sein und ein auffälliges Design, sowie eine edle Innenausstattung haben. Es gab bereits viele Visionöre, Idealisten und jede Menge Tüftler, die versucht haben, solch ein Auto zu bauen. Bisher endeten alle mit einer Pleite. Um nur einige zu nennen: Treser, TVR, Jensen oder Hispano-Suiza. Auch der Versuch, einst vergangene Marken neu aufleben zu lassen, scheiterte meistens, vom Trabanten über Veritas bis hin zu Bristol.

Mancher Eigenbauer gibt nicht auf

Der 80 jährige Erich Bitter, der in Ennepetal lebt, tüftelt immer weiter. Der Ex-Rennfahrer brachte als bisher größten Entwurf den Bitter CD hervor, der von 1973 bis 1979 gebaut wurde. Dies war ein Sportwagen, welcher deutsche und amerikanische Technik mit einem besonderen, italiensichen Schick kombinierte und bei der Firma Baur in Süddeutschland montiert wurde. Im Jahr 2010 stellte Bitter seinen “Bitter Insignia” auf Basis des Opel Insignia vor. Bitter bastelt unermüdlich weiter.

Pleitewelle der Sportwagen Hersteller

Im Konkurrenzkamp stellt sich heraus, dass in der Regel doch nur die ganz großen Autohersteller überleben wie Porsche, Mercedes oder Lamborghini.
Der amerikanische Sportwagenbauer Fisker meldete 2012 Insolvenz an; die Exoten der Automobilbranche müssen sehr hart ums Überleben kämpfen und verlieren dabei nicht selten.
Kurz hintereinander stellten andere Unternehmen ihre Anträge zu Insolvenz. Dies waren Wiesmann, Gumpert, Artega und Melkus. Ausgerechnet die Hersteller, die sich immer von der breiten Masse hervor heben wollten, sind daran gescheitert, dass sie nur eine geringe Käuferschicht angesprochen haben.
Die etablierten Unternehmen verdrängen die Nischen-Hersteller und erobern das Feld.
Generell kommt hinzu, dass das große Geschäft mit den Sportwagen rückläufig ist. Selbst der Boom in China verspricht keine Linderung, denn China ist kein Markt für Sportwagen, so dass die Nachfrage stagnieren und zurück gehen wird.

Beispiel des Aussterbens des Herstellers Gumpert

Der Todeskampf der Marke Gumpert Sportwagenmanufaktur zog sich letztendlich noch bis zum August 2013 hin. Der Name Roland Gumoert steht für Ryllyes, Motorspoet und die erfolgreichen Quattro-Jahre.
Ähnlich wie beim 1994 vorgestellten Porsche 962 handet es sich beim Gumpert um einen Wagen mit einer möglichen Straßenzulassung, so dass auch im Alltag die Blicke der Anderen sicher sind. Die Zahl der Käufer derartiger Autos ist nach wie vor gering – zu gering, um als Unternehmen die Gewinne maximieren zu können.
In einer ehemaligen Fabrik für die Herstellung von Nähmaschinen wurden im ersten Stockwerk die Rennwagen zusammen gebaut. Bis zu 780 PS pro Wagen, die sowohl in der Anschaffung als auch im Verbrauch von Benzin enorm teuer sind. Die Optik wirkte Brachial und sprach vor allem Machos an und alle, die es werden wollten. Im Jahr 2005 kostete der Gumpert Apollo mehr als 200.000 Euro – mehr als so manches Einfamilienhaus. Es waren 20 Sportwagen geplant – pro Jahr. Maximal hätten davon 60 Autos im Jahr gefertigt werden können. Durch spektakuläre Rekordfahrten versuchte Gumpert, die nötige Werbung zu machen, um den Wagen verkaufen zu können.

Im Jahr 2008 fuhr ein Gumpert mit einem Hybridantrieb beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mit, um die Bekanntheit der Marke zu steigern und zu festigen. Auch 2011 wurden weitere Modelle angekündigt aber am Ende mussten die 19 Mitarbeiter entlassen werden weil die Marke Gumpert sich nicht dauerhaft behaupten konnte. Eine Marke, die lange um den Erfolg gekämpft, aber dann im Sog der großen Hersteller untergegangen ist.
Foto: Wiesmann

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