Spritpreis-Wahnsinn an Autobahntankstellen und es geht noch höher!

23 Aug 10:00 am

Die Autobahntankstellen sind seit jeher für günstiges Tanken eine denkbar ungeeignete Einrichtung. Aber wer denkt, höher geht es mit den Benzinpreisen nun wirklich nicht mehr, der wird ab 2013 eines Besseren belehrt. Dann ziehen nämlich voraussichtlich die Autobahntankstellen ihre Preise an. Der Hintergrund ist die vor Kurzem erfolgte Vergabe von neuen Belieferungsverträgen an einen Teil des Autobahn-Tankstellennetzes. Vom Betreiberkonzern Tank & Rast wurden 87 von den insgesamt 350 Autobahntankstellen mit neuen Lieferungsrechten versehen. Für den Konzern war die Aktion von Erfolg gekrönt. Sie können ab 2013 mit Mehreinnahmen rechnen, die sich nicht nur aus Benzin und Diesel ergeben, sondern weiter aus Produkten wie Motorenöl oder einen dringend benötigten Stoffen. Bei den Kritikern stößt dieses Vorgehen auf wenig Gegenliebe. Man rechnet mit Preisanstiegen.

Die Neuvergabe war eigentlich als Einstiegshilfe für neue Ölfirmen gedacht. Aus kartellrechtlichen Gründen war eine Neustrukturierung bei der Vergabe von Belieferungsrechten notwenig, sagte Tank & Rast – Sprecher Andreas Rehm gegenüber Focus Online. Bisher lag eine Regelung aus den 1960er Jahren zugrunde. Sie behinderte den Wettbewerb und baute hohe Hindernisse für einen Markteintritt auf, war die Meinung der Kartellwächter. Mit den neuen Verträgen erhielten auch Newcomer, mittelständische Unternehmen und ausländische Investoren eine Chance. Damit könne ebenfalls ein Sinken der Preise einhergehen, da die Konkurrenz untereinander größer wird. Jedenfalls lautet so die Theorie. In der Praxis aber sicherten sich wiederum die fünf großen Ölkonzerne Total, Shell, Agip, Esso und Aral die besten Plätze. Von ausländischen Investoren bisher keine Spur, ebenso von den anderen Zielgruppen. Gerade einmal 20 Tankstellen werden zukünftig von mittelständischen Unternehmen beliefert.

Autobahntankstellen gelten als besonderer Standort. In der Praxis gibt es nämlich kaum Konkurrenz und dazu kommt eine überaus zahlungsfähige Kundschaft. Welcher Autofahrer fährt schon mit der Notwendigkeit zum Tanken an der nächsten Autobahntankstelle vorbei, um auf eine günstigere Gelegenheit zu hoffen, und welcher Autofahrer macht sich die Mühe, von der Autobahn abzufahren und in einer ihm unbekannten Umgebung nach einer preiswerteren Tankstelle mit vielleicht ebenfalls einem Angebot von Pflegemitteln zu suchen? Da beißt man lieber in den sauren Apfel und zahlt horrende Spritpreise. Also ist der Autofahrer wieder einmal der Dumme und muss sich hilflos den unvermeidbaren Entwicklungen stellen.

Bildquelle: Kurt F. Domnik / Pixelio

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