Österreich-Urlauber erwartet die Maut-Falle

29 Nov 11:52 am
Österreich

Inntalautobahn: Mautfreiheit soll aufgehoben werden

Die Autobahn A12 zwischen Kiefersfelden und Kufstein-Süd ist fünf Kilometer lang. Bislang war diese Strecke mautfrei. Ab dem ersten Dezember soll auch hier die österreichische Vignettenpflicht gelten, so die Pläne der Autobahnbetreiber-Gesellschaft “ASFINAG”. Es gehe um die Gleichbehandlung aller Autobahnnutzer in Österreich. Die Bürgerinitiative “Keine Maut ab Grenze” machte schon im November auf die österreichischen Pläne mit Kundgebungen aufmerksam.

Sonderregelung seit 1997

Bislang konnten Autofahrer die Inntalautobahn bis Kufstein-Süd ohne “Pickerl” nutzen. Die österreichischen Behörden verzichteten bisher auf Kontrollen. Das soll sich ab diesem Dezember ändern. Die Alpenrepublik verlangt für eine 10-Tagesvignette 8,50 Euro; Mautverweigerer werden mit 120 Euro zur Kasse gebeten.

Verkehrschaos droht

Die Inntal-Gemeinden befürchten nun einen Verkehrskollaps, da Besucher der Ferienregionen am “Wilden Kaiser” und der “Kitzbühler Alpen” auf die Landstraßen ausweichen könnten. Dieser Abschnitt der Autobahn dient vor allem Tagestouristen und Kurzurlaubern zum Erreichen der österreichischen Skigebiete. Mehr als 5000 Autofahrer könnten so täglich kleinere Umgehungsstraßen und deren Stadtkerne verstopfen, um die Autobahngebühren zu umfahren.

Letzte Chance

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte sich schon zuvor an die österreichische Verkehrsministerin Doris Bures gewandt und um eine befristete Vignettenkontrolle bis zum Finden einer Lösung gebeten. Die aber äußert sich in erster Linie zu den deutschen Mautplänen, die für das aktuelle Anliegen in Kiefersfelden eher kontraproduktiv seien. Dagegen betont selbst Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel , dass das Festhalten an einer Maut einfach nur bürgerfeindlich sei.
Da lässt natürlich auch die Meinung des ADAC nicht lange auf sich warten. Der Vorsitzende des ADAC Südbayern August Markl erwähnte sinngemäß, dass die Entscheidung für die Maut nicht nur ein Tiefschlag für die betroffenen Anwohner sei. Auch die Umwelt und Verkehrssicherheit würden leiden, wenn sich Blechlawinen von Kurzurlaubern und Tagesausflüglern durch die engen Ortsdurchfahrten und nicht geeigneten Nebenstraßen von Kiefersfelden und Kufstein schöben, um die Maut zu meiden.

Protest auf Autobahn

An diesem Freitag berät ein Verkehrsgipfel von verantwortlichen Politikern aus Tirol, Wien und München über eine mögliche Aussetzung oder Verschiebung der “Pickerl“-Pläne.
Sollte es bei diesen Gesprächen zu keiner Lösung kommen, sind am kommenden Sonntag weitere Demonstrationen geplant. Höhepunkt hierbei wäre eine Autobahnvollsperrung von 9-12 Uhr auf beiden Seiten der Grenze. Abzuwarten bleibt, ob die bayerische Maut ein “Packerl” wird und ob andere Verkehrsteilnehmer demnächst auch vignettenpflichtig werden.

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