Neues Kältemittel für Pkw-Klimaanlagen kommt im Herbst diesen Jahres

25 Mrz 10:00 am

Bei den zurzeit fast schon sommerlich anmutenden Temperaturen hat der eine oder andere bereits wieder seine Klimaanlage im Auto in Betrieb genommen. Als Autofahrer weiß man im Allgemeinen über eine solche nicht viel. Man stellt eigentlich nur die Temperatur und betätigt das jeweilige Knöpfchen oder den Regler. Wissen tut man allerdings, dass die Klimaanlage nicht ohne Kältemittel funktioniert, und gerade ein solches hat eine große Diskussion ausgelöst.

Kernstück einer Klimaanlage ist der Klimakompressor. Er verdichtet das Kältemittel und ermöglicht dadurch erst den kühlenden Effekt. Ein weiterer Name des Klimakompressors ist daher auch Verdichter. Anschließend leitet der Kondensator das Kältemittel zum Verdampfer. Im Kondensator wird es wieder verflüssigt und flüssig in den Verdampfer geleitet. In diesem nimmt es die Wärme des Innenraums vom Fahrzeug auf und leitet Kältemittel nebst aufgenommener Wärme wieder zurück zum Kompressor. Den Antrieb des Klimakompressors besorgt eine Riemenscheibe oder ein Keilriemen.

Vor gut einem Jahr war die Einführung eines neuen Kältemittels mit der Bezeichnung R1234yf geplant. Es soll für das bisher verwendete R134a kommen. Jetzt wurde auf Anfrage des Parlaments von der Bundesregierung mitgeteilt, dass im Herbst diesen Jahres endlich eine ausreichende Menge des Mittels zur Verfügung stehen werde. R1234yf findet ab dem Zeitpunkt bei allen neu zugelassenen Pkws seine Verwendung.

Die Verzögerung bei der Einführung hat mehrere Gründe. Erst einmal gibt es nur zwei Unternehmen, welche das Kältemittel herstellen. Ein Werk befindet sich in Japan. Es konnte aufgrund der Erdbebenkatastrophe nicht produzieren. Das andere Werk in China hatte Probleme beim Start in die Produktion. Lediglich die Konzerne Dupont und Honeywell verfügen über ein Patent zur Erzeugung von R1234yf. Sie beschränken die Herstellung derzeit auf die oben genannten Werke, was gleich zu Anfang zu Kapazitätsengpässen führte.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung waren Proteste von Sicherheitsexperten und Umweltschützern. Das Bundesamt für Materialforschung führte mit dem neuen Kältemittel eine Studie durch. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass bei einem Unfall giftiger Fluorwasserstoff und explosive Gasmischungen gebildet werden. Die Autoindustrie sprach sich entgegen der Untersuchung geschlossen für die Verwendung von R1234yf aus, da eine Richtlinie der EU den Einsatz von Kältemittel mit geringem Treibhausfaktor vorsieht.

Bildquelle: Aria Belli / Flickr

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