Neue Schwachstelle – Autobatterie

20 Okt 12:41 pm
Andrea mit Batterieladegerät am Auto

Von Wartungsfreiheit kann keine Rede mehr sein, denn inzwischen hat sich die Batterie zu einer wahren Schwachstelle moderner Autos entwickelt. Im Jahr 2012 war die Ursache jeder dritten Panne, laut ADAC eine defekte oder leere Batterie. In Zahlen sind dies 685.751 Pkw-Fahrer, die auf Hilfe der Gelben Engel warten mussten. Allerdings werden Autobatterien zu frühzeitig entsorgt.

Eine Vervierfachung in 14 Jahren

Der Automobilklub gab an, dass sich in den 14 Jahren zwischen 1996 und 2010 die Anzahl der Pannen durch defekte Batterien vervierfacht hat. Als Hauptfaktoren für die Ausfälle werden die steigende Verwendung von Elektronik als auch die hohe Anzahl von Kurzstrecken benannt. Nicht selten findet so ein Ausfall bereits im zweiten oder dritten Laufjahr des Autos statt und zieht teure Konsequenzen für den Autobesitzer mit sich. Werkstätten und Pannendienste nutzen diesen Umstand vermehrt um leere Batterien als defekt zu erklären, um eine neue entsprechend teurere einbauen zu können. Allein in Deutschland werden jedes Jahr etwa 10 Millionen Autobatterien verkauft. Da können je nach Fahrzeugtyp gut und gerne mehrere Hundert Euro anfallen.

Ökologisch und ökonomisch nicht zu vertreten

Klaus Krüger ist Geschäftsführer der Saarbrücker Novitec GmbH und stört sich schon lange an dem Umstand der frühzeitigen Entsorgung. Er kritisiert eine Entsorgung ohne vorherige Prüfung der Batterie als ökologisch und ökonomisch unsinnig. Dabei wird dem Autofahrer nicht die Hauptschuld zugewiesen, da bei diesen oftmals das nötige Basiswissen nicht vorhanden ist. In erster Linie steht die Industrie in der Schuld, da Batterien als völlig wartungsfrei angepriesen werden. Aber das war noch nie so und wird auch nie so sein. Ältere Autofahrer können sich vielleicht noch daran erinnern, wie der Verkäufer beim Neuerwerb eine bereits vorgeladene Batterie vor den Käufer mit Schwefelsäure auffüllte. Und genau ab diesem Zeitpunkt war sie erst einsatzfähig. In der heutigen Zeit stehen Autobatterien allerdings monatelang (manchmal auch Jahre) fix und fertig befüllt in den Läden, bis sie gekauft werden. Als Resultat erhalten die Käufer dann teilentladende oder vorgeschädigte Akkus.

Einführung der vermeintlichen Wartungsfreiheit

Einhergehend mit der Einführung der vermeintlichen Wartungsfreiheit wurden eine Messung der Säuredichte oder das Auffüllen destillierten Wassers unmöglich gemacht. Die Lebensdauer einer Batterie könnte sich aber ohne Probleme auf bis zu 12 Jahre verlängern lassen, würden sie in regelmäßigen Abständen kontrolliert oder nachgeladen.
GTÜ / pixelio.de

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