Jährliche TÜV-Vorstellung für ältere Autos ist nicht notwendig

13 Aug 10:00 am

Die Debatte über die Einführung eines jährlichen TÜV-Termins für ältere Autos schwelt weiter. Gegenüber der Frankfurter Rundschau äußerte sich nunmehr der CDU-Landtagsabgeordnete Rolf Müller zu diesem Thema und ergriff Partei für die Autofahrer. Seines Erachtens ist es nach dem jetzigen Stand keinesfalls erforderlich, eine jährliche TÜV-Pflicht einzuführen.

Voraus ging dieser Äußerung ein Gespräch mit einem Prüfstellenleiter. Dieser sprach davon, dass zwar an den Autos häufig Mängel festgestellt würden, allerdings seien die Fahrzeuge dadurch nicht verkehrsunsicher. Eine Anpassung der Prüfungskriterien wird regelmäßig vorgenommen. Erst zum 1. Juli 2012 ist eine teilweise Verschärfung erfolgt. Unter Umständen kann jetzt sogar eine defekte Glühbirne dafür sorgen, dass man die begehrte Plakette nicht erhält. Eine Hauptuntersuchung sei stets eine Momentaufnahme. Niemand wisse, wie sich das Auto in den nächsten sechs Monaten verändert. Das ist stark abhängig von der Kilometerleistung, der Pflege und den Einsatzorten.

Die Einführung der geplanten jährlichen TÜV-Vorführung sei eventuell für die Prüfunternehmen wirtschaftlich interessant. Das hänge aber von den Prüfgebühren und dem tatsächlichen Prüfaufwand ab. Ob es allerdings Einfluss auf die Verkehrssicherheit hat, ist unklar. Als Unfallursache spielen technische Mängel in Deutschland eine untergeordnete Rolle. Für einen sichereren Verkehr steht die Einführung einer jährlichen Hauptuntersuchung nicht an erster Stelle. Ferner stellen die Prüfgebühren für den Autofahrer einen großen Aufwand dar.

Eine Alternative zum Individualverkehr auf dem Land sieht Rolf Müller nicht. Zumindest dort ist das Auto unverzichtbar. Man benötige es, um für den täglichen Bedarf einzukaufen, zur Arbeit zu gelangen und zum Arzt zu fahren. Selbst ältere Menschen müssen mobil sein. Busse und Bahnen seien als Ersatz nur eingeschränkt geeignet. Aber gerade ältere Menschen würde ein jährlicher TÜV hart treffen. Sie fahren zumeist Autos älterer Baureihen und müssten demzufolge dann jedes Jahr zur Hauptuntersuchung kommen. Zudem sind Senioren oft knapp bei Kasse. Die Gebühr wäre eine immense Belastung für sie. Hinzu kommen die eventuell notwendigen Reparaturen, damit die TÜV-Plakette endlich ausgehändigt wird. Vom sozialen Standpunkt sollte der Plan der EU daher ebenfalls noch einmal überdacht werden.

Bildquelle: Rainer Sturm / Pixelio

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