Grüne Welle für Hightech-Autos in Hessen

09 Aug 11:03 am

Die Zukunft hat begonnen, zumindest im Rhein-Main-Gebiet und das am letzten Montag. Seitdem sind 120 untereinander vernetzte Testwagen in der Region um Frankfurt unterwegs. Sie halten ständig via Internet untereinander Kontakt und tauschen mit einer Zentrale permanent Informationen zur Verkehrslage aus. Hinter der Flotte steht ein Konsortium von namhaften Autoherstellern. Die Fahrzeuge sind Teil eines neuen Infrastruktursystems, welches den Fahrer unterstützen soll und die Verkehrslenkung per Computer übernimmt.Das Projekt trägt den Namen „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (SimTD) und kostet 69 Millionen Euro. Sechs Monate lang werden im Rahmen dessen die Hightech-Autos zwischen Frankfurt und Friedberg ihre Runden drehen. Sie sind auf den Autobahnen, den Landstraßen und im Frankfurter Stadtgebiet anzutreffen. 60.000 Kilometer sollen sie zusammen pro Woche zurücklegen. Das sind 500 Kilometer wöchentlich für jeden Wagen. Frankfurt wurde nicht zufällig ausgewählt. Die Stadt gilt als Pendlerhauptstadt Deutschlands. Außerdem befindet sie sich im Schnittpunkt wichtiger europäischer Straßenverbindungen. Die Autobahnen rund um Frankfurt müssen täglich ein extrem hohes Verkehrsaufkommen bewältigen.

Die Grundlage des Systems bildet eine WLAN-Standard-Funktechnik. Dafür gibt es spezielle Empfänger am Straßenrand, die sich mit den Autos verbinden können. Die Informationen werden von Auto zu Auto weitergegeben und an die Zentrale gesendet. Desweiteren kommen die Mobilfunktechnologien GPRS und UMTS zum Einsatz.

Die verfolgten Ziele sind hochgesteckt. So soll das System unter anderem vor Gefahren wie einem stark bremsenden Vordermann warnen, die richtige Geschwindigkeit für eine „grüne Welle“ anzeigen sowie durch das Vermeiden von Staus und mit Hilfe von günstigen Routen den Schadstoffausstoß senken. Zu guter Letzt ist beabsichtigt, die während des Versuchs gesammelten Fahrdaten in die übergeordnete Verkehrsplanung einfließen zu lassen.

Die Koordination des Projekts obliegt der Daimler AG. Weitere Beteiligte sind BMW, Ford, Opel, Volkswagen und Audi. Daneben sind auch Continental und der Zulieferer Bosch involviert. Die Telekom, die Straßenbehörden in Hessen und der Stadt Frankfurt sowie mehrere Forschungseinrichtungen sind ebenfalls Mitwirkende an diesem Versuch. Mit 40 Millionen Euro fördert allein der Bund das Projekt. Aber auch das Land Hessen und der Verband der Automobilindustrie bringt Fördermittel mit ein.

Bildquelle: Gerd Altmann / Pixelio

Tags: , ,

Kommentare sind geschlossen