Großer Umbruch bei Nutzfahrzeughersteller Iveco steht bevor

02 Jul 1:07 pm

Fünf europäische Werke stehen beim Nutzfahrzeughersteller Iveco auf der Schließungsliste. Am vergangenen Sonntag brachte Konzernchef Alfredo Altavilla gemäß einer Meldung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa die geplanten Schließungen in die Öffentlichkeit.Iveco gehört zur Gruppe von Fiat. Der Konzern ist in allen Sparten der Automobilbranche vertreten. Von den Schließungen betroffen sind 1.075 Beschäftigte, die in den Werken in Görlitz, Weiswill und Ulm arbeiten. Das Werk in Ulm bildet allerdings eine Ausnahme. Eine Perspektive wäre hier der Ausbau zu einem sogenannten „Exzellenzstandort“, wo Feuerwehrfahrzeuge produziert werden. Auch ausländische Produktionsstätten sind von den Umstrukturierungsplänen der Fiat-Nutzfahrzeugtochter nicht unberührt. Die Standorte Chambéry in Frankreich und Graz in Österreich sollen ebenfalls geschlossen werden.

Gegenüber Ansa sprach Altavilla von „schmerzhaften Schließungen“. Letztendlich dienen sie aber „der Stärkung des Unternehmens in seiner Gesamtheit“. Bei Investitionen habe man keine Abstriche gemacht. Sind die Märkte wieder da, sei auch das Unternehmen dafür bereit.

Zum Anlass für seine Ankündigung nahm der Firmenchef die Vorstellung des neuen Stralis-Lastwagens. Mit den angekündigten Werksschließungen gehen bei Iveco die Umstrukturierungen in die nächste Runde. Vorher wurden bereits die Produktionsstätten in Barcelona in Spanien und in Avellino in Italien geschlossen. Dort wurden Busse hergestellt. Fahrzeughersteller Camiva kündigte seinerseits im Mai das Schließen einer Fabrik in Saint-Alban-en-Leysse in Savoyen an. Camiva widmet sich der Produktion von Fahrzeugen für die Feuerwehr. Im Jahr 1997 erfolgte die Übernahme der Fiat-Konzerntochter durch Renault.

Unter dem Namen Fiat Industrial ist die gesamte Nutzfahrzeugproduktion innerhalb des Fiat-Mutterkonzerns zusammengeschlossen. Im ersten Quartal 2012 konnte Fiat Industrial einen Gewinnanstieg um mehr als 90 Prozent verzeichnen. Verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahres kletterte der Gewinn auf 207 Millionen Euro. Angesichts dieser Zahlen muten die Sparpläne des Unternehmens Iveco etwas unrealistisch an. Dennoch stehen sie fest und man muss – auch wegen der bereits erfolgten Schließungen – davon ausgehen, dass sie wie geplant umgesetzt werden.

Bildquelle: dmytrok/ Flickr

Bildbeschreibung:

HTM – Heilbronner Truckmesse 2011

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