Einziges Mitsubishi-Werk in Europa wird geschlossen

08 Feb 6:38 pm

Die Autobauer in Japan stecken in der Krise. Die Tsunami-Katastrophe im eigenen Land, die Produktionsstops nach sich zog, eine aufrüstende Konkurrenz, die sich auf die Jagd nach Kunden macht und jetzt auch noch die starke japanische Währung, das alles ist nicht leicht zu kompensieren. Nun werden die ersten Konsequenzen gezogen. Da die Nachfrage nach japanischen Autos stark rückläufig ist, werden ab Ende des Jahres im niederländischen Born die Tore des einzigen Mitsubishi-Werkes in Europa geschlossen. Der Autobauer ist damit ein Vorreiter, denn noch nie wurde von einem japanischen Hersteller die Produktion in Europa eingestellt. Dabei ist Mitsubishi nicht der einzige Japaner, der mit Umsatzverlusten kämpft. Auch Suzuki muss einen Nachfragerückgang hinnehmen. Als Grund nennt Mitsubishi allerdings die Schuldenkrise in Europa. Sie ist ursächlich dafür, dass keine Autos von Mitsubishi gekauft werden. Ziel für die Zukunft sind die Wachstumsmärkte in China und Russland.

Im niederländischen Werk wurden der Colt und der Outlander gefertigt. Etwa 1.500 Beschäftigte hat die Tochterfirma Nedcar oder richtig bezeichnet Netherlands Car B.V. In guten Zeiten lag die Kapazität bei ungefähr 200.000 Fahrzeugen jährlich, 2011 liefen nur noch etwa 50.000 vom Band. Die Fabrik ist somit für den Mutterkonzern überflüssig. Künftig kommen die Autos für den deutschen Markt aus Thailand oder Japan. Laut Unternehmen bleibt Europa ein wichtiger Markt, den man nicht verlieren möchte. Da aber in den letzten vier Jahren die Neuwagenverkäufe gesunken sind, ist die Herstellung in Europa nicht mehr rentabel.

Seit 1991 produziert Mitsubishi in den Niederlanden. Nach Spekulationen hofft das Unternehmen, einen Käufer für das Werk zu finden. Das ist auch eine Hoffnung für die Beschäftigten. Die niederländische Gewerkschaft spricht von einem „Schlag ins Gesicht“ für die Belegschaft. Mit einem EU-weiten Marktanteil von nur 0,8 Prozent für Mitsubishi im vergangenen Jahr wird sich die Schließung aber nicht mehr verhindern lassen. Im Vergleich dazu schaffte es der unmittelbare Konkurrent Toyota auf vier Prozent.

Bildquelle: Timo_Beil / Flickr

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