Der ADAC in seiner größten Krise

23 Jan 6:21 am
ADAC

In den vergangenen Tagen machte der ADAC negativ Schlagzeilen in der deutschen Presselandschaft. Der Stein des Anstoßes waren zuerst Vorwürfe der Manipulation von Testberichten. Wie sich im Laufe der Nachforschungen herausstellte, waren diese Vorwürfe reale Tatsachen und der ADAC hat seit dem einen erheblichen Imageschaden erlitten. Immer mehr Mitglieder sind verärgert und tun dies auch schriftlich und mündlich Kund. Zudem stieg die Zahl der Austritte, da die Menschen befürchten, dass auch andere ADAC Umfragen und Testberichte getürkt wurden. Nun hat sich auch der noch amtierende ADAC-Präsident, Peter Meyer, zu den Vorwürfen öffentlich geäußert. Mit Worten der Beschwichtigung versuchte Meyer der Lage Herr zu werden und nahm die öffentliche Kritik mit großer Sorge war. Zudem bedauerte er den Vorfall und versprach die Kritik ernst zu nehmen und den Sachverhalt so schnell als möglich aufzuklären. Für die Zukunft versprach er mehr Transparenz und eine erhöhte Nachvollziehbarkeit der öffentlich getätigten Aussagen. Zudem sollen die Mitglieder mehr in das aktuelle Geschehen eingebunden werden.

Der ADAC, bis jetzt ein Paradebeispiel

Der ADAC zählt zu einem der leistungsstärksten und ältesten Automobilklubs in Deutschland und ist mit seinen knapp 19 Millionen Mitgliedern stark in der Öffentlichkeit vertreten. Neben diversen Serviceleistungen zählen auch Versicherungen und verschiedene Tests zu den Aufgaben des Klubs. Vorrangig hat das Unternehmen jedoch die Aufgabe für die Interessen seiner vielen Mitglieder einzutreten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Aber der ADAC ist auch als unabhängiges Wirtschaftsunternehmen anzusehen, was demnach einen hohen Fokus auf die eigenen Finanzen und das Ansehen legen muss. Dass der Spagat zwischen diesen beiden Interessen nicht immer einfach ist, lässt sich leicht nachvollziehen.

Versuchte Rettung des öffentlichen Ansehens

Um den guten und vertrauenswürdigen Ruf in der breiten Öffentlichkeit wieder herzustellen, haben das Präsidium des ADAC und die Geschäftsführung beschlossen, eine umfassende Aufklärung sämtlicher Vorwürfe einzuleiten. Vor allem die Anschuldigungen über manipulierte Auswertungen im unmittelbaren Zusammenhang mit der von den Mitgliedern getätigten Wahl des Lieblingsautos der Deutschen sollen gänzlich aufgeklärt werden. Um den Schaden schon jetzt zu minimieren, hat der ADAC umgehende personelle Konsequenzen aus den aktuellen Vorfällen gezogen. Laut Geschäftsführer Meyer lernt der Automobilklub aus diesen negativen Vorfällen. Meyer persönlich wird sich der Sache laut eigener Aussage auch weiter annehmen und der Hauptversammlung des ADAC im kommenden Mai weitere Vorschläge für dauerhafte Transparenz und erhöhte Offenheit unterbreiten. Zudem lege er auch hier das Hauptaugenmerk auf eine künftig vermehrte Mitgliedereinbindung in sämtliche Bereiche.

Beendigung oder Weiterführen der Mitgliedschaft

Wer nun als ADAC Mitglied aufgrund der aktuellen Vorwürfe verunsichert ist, der sollte sich ein eigenes Bild der Lage machen und erst danach eine Entscheidung fällen. Sicherlich sind die Vorwürfe ein schwerer Imageschaden, doch bietet der ADAC seinen Mitglieder nicht nur Testberichte, sondern auch Pannenhilfe und Versicherungen an. Wer das Vertrauen in den bekannten Automobilklub allerdings verloren hat, der sollte auch vor einem Austritt nicht zurückschrecken. Die Entscheidung liegt nun bei jedem Mitglied allein.

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